Dieses Buch habe ich nach etwa einem Drittel abgebrochen. Warum? Das erfahrt ihr im Text.

 

Autor Mark Gast
Deutsche Erstausgabe 2024
Herausgeber  Self Publishing (?)
Seiten  356
Genre  Polit-Thriller

 

von | 27.12.25 | Rezensionen, Krimis & Thriller

Lieber ein Ende mit Schrecken...

Als ich mit dieser Rezension begann, ging ich davon aus, dass sie eher kurz ausfallen würde – schließlich hatte ich nur etwa 40 % des Buches gelesen. Doch offenbar habe ich mich dann doch etwas in Rage geschrieben (haha). Zunächst ein paar Sätze zum Plot, der auf dem ersten Blick sehr vielversprechend klang:

Essenz in drei Sätzen

Marc Gutenberg, ein ehemaliger Top-Berater des Bundesnachrichtendienstes, lebt unerkannt mit seinem Wolfshund in einem Münchner Vorort und verdient seinen Lebensunterhalt als systemischer Coach für Führungskräfte. Kaum jemand weiß über seine frühere Tätigkeit Bescheid, mit der er undercover unter dem Decknamen Wolf für den BND spioniert hatte. Erst als Louisa, die Tochter seiner Freundin, von einem albanischen Clan entführt wird, dem auch Louisas Vater angehört, ist er gezwungen, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten erneut zum Einsatz zu bringen und begibt sich in ein gefährliches Fadenkreuz

Außen definitiv "HUI"

Bevor ich auf meine Kritikpunkte eingehe, möchte ich das Cover hervorheben, das mich zunächst definitiv überzeugt hatte: Ein schwarzer Wolf vor schwarzem Hintergrund, dazu ein kurzer, prägnanter Titel – das Cover versprach viel und ließ mein Wolfsliebhaber‑Herz sofort höherschlagen.

Umso überraschender war es jedoch, dass dieser „Hund im Wolfspelz“ in der Geschichte -für meinen Geschmack- nur eine eher untergeordnete Rolle einnahm.

Leider kein Felidae-Replik

Der Einstieg der Geschichte gestaltete sich gar nicht so schlecht; die ersten Seiten des Buches wurden aus der Perspektive des jungen Wolfshundwelpen, der in den Wäldern einer griechischen Insel geboren wurde, geschildert. Das erinnerte mich ein wenig an die Felidae-Romane von Akif Pirinçci – in der ein neunmalkluger Kater namens Francis Kriminalfälle löst – wahnsinnig gute Bücher, die ich nur empfehlen kann. Dahingehend wurde meine Erwartung jedoch enttäuscht; allerdings liegt die Messlatte in diesem Vergleich auch sehr hoch. 😉 

Leider nicht sehr tiefgründig

Der Schreibstil … nun ja … er war ok. Er hatte keine sonderliche Tiefe; die Charaktere wurden für meinen Geschmack zu oberflächlich angekratzt und die Sprache war nicht gerade „bildgewaltig“. In einigen Bewertungen auf Amazon wurde zudem das schlechte (oder fehlende) Lektorat erwähnt. Mit teilweise unlogischen Zusammenhängen und Widersprüchen. So etwas darf meines Erachtens nicht passieren. In dem Moment, wo ich als Leser Geld für ein Buch in die Hand nehme, erwarte ich, dass die Story auch lektoriert wurde.

Leider nicht sehr realistisch

Kommen wir zu dem Teil, der mich das Buch frustriert aus der Hand legen ließ.

+++ACHTUNG, ES FOLGT EIN SPOILER+++ 

 Alexandra, die Freundin von Marc, hat eine Tochter aus einer früheren Beziehung. Besagte 15-jährige Tochter, Luisa, wurde entführt – von ihrem albanischen Vater und Clanmitglied. Man möchte meinen, dass dies ein traumatisches Ereignis ist, das jede Mutter an den Rand der Verzweiflung bringt und diese vor Sorge fast umkommt. Bis zu einem gewissen Grad wurde die Angst und Trauer Alexandras auch beschrieben.

Einige Tage nach der Entführung möchte Marc einem potentiellen Hinweis nachgehen und plant einen Motoradausflug in die Berge. Alexandra, die von seiner Vorgeschichte beim BND nichts weiß, denkt, dass es sich hierbei um ein romantisches Pärchenwochenende handelt – und da beginnt die Geschichte für mich unglaubwürdig zu werden.

Folgende Szenen werden beschrieben: Alexandra, die voller Vorfreude auf den Ausflug noch ein paar Leckereien auf dem Wochenmarkt einkauft. Alexandra, die ihren Koffer für die Reise zusammenstellt und das Glätteisen mit einpackt – denn ihre Frisur ist ihr wichtig. Alexandra, die auf dem Motorrad sitzt und sich verliebt an den Rücken von Marc schmiegt, wobei beide die einzigartige Aussicht genießen.

ÄHM – Bitte WAS

Ich blätterte sofort einige Seiten zurück, weil ich vermutete, versehentlich mehrere Monate übersprungen oder die Stelle verpasst zu haben, an der die entführte Tochter wieder aufgetaucht war – oder war womöglich von einer ganz anderen Alexandra die Rede? Leider nein. Stattdessen wirkte es so, als könne sich Mama Alexandra bereits wenige Tage nach der Entführung wieder den vermeintlich wichtigeren Dingen des Lebens widmen: dem Zusammenstellen eines Picknickkorbs, ihrer Frisur oder der spektakulären Aussicht auf der Rossfeld‑Panoramastraße im Berchtesgadener Land – und das, ohne auch nur einen Gedanken an Luisa zu verschwenden.

 

Das erschien mir so dermaßen unglaubwürdig, dass ich die Charaktere nicht mehr Ernst nehmen konnte und mir leider jegliches Interesse an der Geschichte genommen wurde.

-

Weiter stöbern ...

Mein Lesemonat – August –

Mein Lesemonat – August –

Im August habe ich tatsächlich gar nicht so viele Bücher gelesen, zumindest nicht im Vergleich zum letzten Monat. Insgesamt waren es fünf Bücher. Davon waren zwei Rezensionsexemplare, nämlich Der geheime Apfelgarten und A Witch's Guide to Fake Dating a Demon. Außerdem...

mehr lesen
Mein Bücherbudget hat gekündigt

Mein Bücherbudget hat gekündigt

Die letzten Wochen bin ich dem Bücher-Kaufrausch verfallen. Kennt ihr Bookbot? Über eine nicht ganz unbekannte Social-Media-Plattform (beginnt mit F) bin ich auf die Aktion „10 für 10 €“ auf Bookbot aufmerksam geworden. Zwei Klicks später befand ich mich im Scrollwahn...

mehr lesen

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert