<< Die Frage war jetzt: Was hatte ihn dazu gebracht, zu verschwinden – und wie konnte ich ihn zurückholen? >>
| Autorin | Evie Woods |
| Deutsche Erstausgabe | 2024 |
| Herausgeber | Adrian Verlag |
| Seiten | 418 |
| Genre | Belletristik, Historisch, Magischer Realismus |
Wenn der Plot verheißt, was der Text nicht hält
Vorweg: Lobeshymnen werde ich auf Der verschwundene Buchladen leider nicht singen können. Der Plot klang vielversprechend, das Cover ist ein echter Hingucker – besonders der Farbschnitt mit der gelben Klinkerfassade und der roten Tür hat mich sofort angesprochen. Doch gerade weil die Geschichte so viel Potenzial hatte, bin ich am Ende etwas ernüchtert zurückgeblieben.
Essenz in drei Sätzen
Martha flieht vor einer gescheiterten und gewalttätigen Ehe und findet Zuflucht im Souterrain eines alten Hauses in Dublin, wo sie bei der exzentrischen Lady Bowden lebt. Dort begegnet sie Henry, einem Brontë-Forscher, der auf der Suche nach einem verschwundenen Buchladen ist und dabei auf Hinweise zur geheimnisvollen Opaline aus den 1920er Jahren stößt. Ihre Geschichten scheinen durch Bücher, Erinnerungen und die stille Magie eines Ortes miteinander verwoben zu sein, der nur erscheint, wenn man ihn wirklich braucht.
Magie auf Sparflamme
Die Frage war jetzt: Was hatte ihn dazu gebracht, zu verschwinden – und wie konnte ich ihn zurückholen?
Die Magie, die angedeutet wurde – und die der Titel bereits verheißungsvoll verspricht – entpuppte sich leider nur als ein zartes magisches Glimmen. Bücher, Irland, die Geschichte einer mutigen Frau aus den 1920ern, ein verschollener Brontë-Roman: Der Plot klang nach einer literarischen Schatztruhe. Vielleicht war es am Ende einfach zu viel des Guten.
Verwirrt, aber neugierig
Obwohl die Geschichte von Martha und Henry angeblich in der Gegenwart spielt, wirkt vieles veraltet oder nicht zeitgemäß. Die Handlung war teilweise voller unlogischer Zufälle. Das ließ in meiner Vorstellung kein stimmiges Bild entstehen und sorgte für ein Wechselbad aus Verwirrung und Wissen-wollen-wie-es-weitergeht. Ein Spannungsbogen, der mehr durch Unklarheit als durch erzählerische Raffinesse getragen wurde.
Die ein oder andere unerwartete Wendung hat es dann doch gegeben – genug, um mich neugierig zu halten und das Buch bis zum Ende zu lesen. Der Schreibstil war insgesamt angenehm und flüssig, auch wenn er stellenweise etwas langatmig wirkte. Wen es nicht stört, dass am Ende noch ein paar Ungereimtheiten ungeklärt blieben, dem kann ich dieses Buch also empfehlen. 😉
Ein weiterer Roman von Evie Woods wird vermutlich nicht so schnell auf meinem SuB landen.
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Es ging mir ganz genauso. Durch den Hype hatte ich mir wirklich mehr von diesem Roman erhofft.
Manchmal sind gehypte Bücher leider ihre eigenen größten Gegner. Schlecht fand ich den Roman ja nicht, aber er konnte den hohen Erwartungen halt nicht gerecht werden.