<< Auch wenn sie so fern und unerreichbar wie Wolken zu sein scheinen, streckten die Menschen die Hände aus und versuchten, ihre Wünsche und Träume zu ergreifen. >>

 

Autorin Yuki  Ibuki
Deutsche Erstausgabe 2026
Herausgeber  Insel Verlag
Seiten  412
Genre  Zeitgenössischer Roman, Japanische Kultur

 

Lektüre mit Lieblingssetting

Heute gibt es eine kurze Stellungnahme zu  Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki, einer japanischen Autorin. Die Geschichte wahr wirklich warmherzig und hat mir ein paar schöne Lesestunden beschert – ich liebe es in die japanische Kultur einzutauchen.

Essenz in drei Sätzen

Die siebzehnjährige Mio reist zu ihrem Großvater Kōjirō aufs Land, um dem stressigen Alltag in Tokio zu entfliehen und zur Ruhe zu kommen. In seiner Weberei in der Präfektur Iwate wird sie herzlich aufgenommen und beginnt, das Handwerk des Spinnens, Färbens und Webens zu erlernen. Dabei entdeckt sie nicht nur die Schönheit von Wolle und Farben, sondern findet auch einen neuen Zugang zu sich selbst.

Kunstvolle Covergestaltung

Auch wenn Rot und Blau nicht unbedingt als harmonischste Farbkombination gelten, wirkt sie hier überraschend stimmig. Das Aquarellmotiv mit dem Berg im Hintergrund (Iwate?) strahlt eine beinahe mystische Atmosphäre aus und wird von den roten Versalien des Titels sowie des Autorinnennamens Yuki Ibuki wirkungsvoll eingerahmt. Insgesamt macht die gebundene Ausgabe einen schlichten, aber zugleich sehr hochwertigen Eindruck.

Spun from the clouds

oder auch Kumo wo tsumugu, so lautet der Originaltitel des Buches, welcher wohlgemerkt bereits 2020 in Japan erschien. Umso glücklicher bin ich, dass sich der Insel Verlag einer deutschen Ausgabe angenommen hat, denn dieses Buch ist wirklich schön. Schön, was den Schreibstil anbelangt. Schön, was die Charaktere und das Setting anbelangt. Schön ist auch die Message des Buches.

Immer dieses Ikigai

Trotz schwerer Themen, wie Mobbing, Existenzängste, Eheprobleme und Demenz hat dieses Buch eine gewisse Leichtigkeit transportiert, die ich häufig in japanischen Werken bemerke. Die Japaner sind keine Menschen, die das Herz auf der Zunge tragen, und dennoch sehr tiefsinnig und gefühlvoll. Zumindest ist das mein Eindruck.
Als Liebhaberin japanischer Literatur habe ich dieses Buch förmlich verschlungen und werde mich sogleich nach weiteren Titeln der Autorin umschauen.

P.S. Ich habe nachgeschaut, aber leider kein weiteres Buch von Yuki Ibuki finden können, das in deutscher Sprache verlegt wurde. Schade, schade.

Aralie

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