<< Nirgends war sie so glücklich wie hier, wenn ihr Körper in Bewegung war und frische Luft durch ihre Lunge strömte, wenn sie nichts als den Wind und die Vögel hörte und ihre Hände in Erde vergraben konnte.>>

 

Autorin Rebekka Eder
Deutsche Erstausgabe 2026
Herausgeber  Rowohlt Verlag
Seiten  432
Genre  Historischer Roman

 

Für historische Romane schlägt mein Herz. Ich liebe es, in vergangene Zeiten einzutauchen und nachzuempfinden, wie Menschen vor mehreren Generationen lebten. In Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten führt uns die Geschichte ins späte 19. Jahrhundert auf die norddeutsche Insel Finkenwerder.

Essenz in drei Sätzen

1892 auf Finkenwerder findet Kea Loop nach dem Tod ihrer Mutter Trost in einem Apfelgarten. Als ihr vielversprechender Sämling ausgerechnet auf dem Land der verfeindeten Nachbarn wächst, begegnet sie Kristen. Zwischen Cholera, unpassierbaren Grenzen und familiären Erwartungen kämpft Kea für ihre Liebe und ihre Zukunft.

Liebe über Standesgrenzen hinweg

Die Handlung ist unglaublich authentisch und zugleich spannend erzählt. Obwohl das Leben damals in ruhigeren Bahnen verlief, entwickelt die Geschichte eine mitreißende Dynamik. Ein zentrales Thema ist der Klassenunterschied zwischen Vollhöfnern und Häuslingen. Doch letztlich sind beide vor allem eines: Menschen, die fühlen, hoffen und lieben, auch über gesellschaftliche Grenzen hinweg.

Besonders beeindruckt hat mich die lebendige Beschreibung des Insellebens. Mal verwandelt der Regen Finkenwerder in eine raue Moorlandschaft, mal erscheint die Insel im Sonnenschein wie ein kleiner Garten Eden. Dadurch entstand beim Lesen ein sehr plastisches Bild der Insel und ihrer Bewohner.

Ein weiterer Höhepunkt war für mich die detailreiche Darstellung der Apfelbaumzucht. Man merkt, wie viel Liebe und Wissen in dieses Thema eingeflossen sind. Gleichzeitig wird der Garten zu weit mehr als nur einem Handlungsort: Für Kea ist er ein Ort der Geborgenheit, der Erinnerungen und des Zuhauses. Dieses Gefühl, zwischen Apfelbäumen Trost und Halt zu finden, wurde sehr berührend eingefangen. 

Nirgends war sie so glücklich wie hier, wenn ihr Körper in Bewegung war und frische Luft durch ihre Lunge strömte, wenn sie nichts als den Wind und die Vögel hörte und ihre Hände in Erde vergraben konnte.

Super fand ich außerdem die Karte von Finkenwerder im Bucheinband. Sie half mir dabei, die Wege der Figuren und die Besonderheiten der Insel noch besser nachzuvollziehen. Dadurch konnte ich mir die Schauplätze besonders gut vor meinem geistigen Auge vorstellen und noch tiefer in die Geschichte eintauchen.

Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe mir den zweiten Band Der geheime Apfelgarten: Geteilte Träume, der im April nächsten Jahres erscheint, bereits vorbestellt. Auch wenn das Warten lang erscheint, habe ich zum Glück noch genügend Lesematerial für die Zwischenzeit.tongue-out

(Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.)

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