<< Vielleicht, weil ich endlich wieder mich selbst fühlen wollte und nicht die tote Version meiner selbst, die sehr wohl existierte, selbst wenn mein Herz laut und beständig weiterschlug.>>
| Autorin | Gabriella Santos de Lima |
| Deutsche Erstausgabe | 2025 |
| Herausgeber | Forever by Ullstein |
| Seiten | 400 |
| Genre | Liebesroman, Spicy Romance |
Hat mich nicht vom Hocker gerissen
Obwohl das Buch auf tiefe Emotionen setzt und aktuelle Themen wie Bodyshaming im Internet anspricht, bin ich mit den Figuren und dem Setting nicht so recht warm geworden.
Essenz in drei Sätzen
Blair fühlt sich nach dem Tod ihres Bruders komplett verloren und betäubt den Schmerz seit einem Jahr mit Partys, Alkohol und Affären. Als ihre Eltern ihr den Geldhahn zudrehen und nach St Ives schicken, um im Familienhaus am Meer eine neue Bildreihe zu schaffen, trifft sie unerwartet auf Connor, den besten Freund ihres verstorbenen Bruders und ihre alte, heimliche Liebe. Zwischen Trauer, Selbstfindung und der langsamen Annäherung an Connor entfaltet sich eine Geschichte über Heilung, Selbstliebe und die Kraft, wieder nach vorn zu blicken.
Band 2 der Dilogie
Memories so golden like us von Gabriella Santos de Lima ist der zweite Band und eine Art Fortsetzung von „Moments so blue like your love“. Auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben, lässt sich die Geschichte gut verstehen: Während im ersten Teil Sam und Emmie im Mittelpunkt standen, erzählt dieser Band die Geschichte von Blair (Sams Schwester) und Connor. Thematisch geht es vor allem um Trauerbewältigung, den Mut, wieder nach vorn zu blicken, und die Suche nach sich selbst. Gleich zu Beginn weist die Autorin auf sensible Inhalte hin; neben Bodyshaming werden auch Slutshaming und Alkoholmissbrauch als mögliche Trigger angemerkt.
Das Cover wirkt für meinen Geschmack etwas nichtssagend, was schade ist. Da Blair als Künstlerin beschrieben wird, die expressiv und farbenfroh arbeitet, hätte ein kraftvolles, ausdrucksstarkes Cover gut gepasst.
Hollywood-Setting
Ein Hauch von Hollywood-Glamour durchzieht die Geschichte, was sie gleichzeitig schillernd und surreal macht. Mit Blairs Welt konnte ich mich nur schwer identifizieren: reiche, berühmte Eltern, die ihre Wohnung finanzieren und eine Wunschkarriere ermöglichen.
Die Männerfiguren – abgesehen von Connor und dem verstorbenen Sam – sind sehr klischeehaft: alles egoistische Machos, die nur an das Eine denken. Connor hingegen ist der perfekte Prince Charming. Attraktiv, gebildet und mit 27 bereits beruflich erfolgreich. Das wirkte für mich etwas zu glatt und unrealistisch. Blair selbst empfand ich in manchen Szenen sogar als anstrengend; ihr lauter, direkter Charakter ließ sie dann unsympathisch erscheinen – vermutlich bewusst so angelegt.
Auch die scheinbar mühelose Trauerbewältigung der Eltern, die ein Jetset-Leben führen und lächelnd ihre Pilatesstunden absolvieren, empfand ich als befremdlich. Sie scheinen den Verlust ihres Sohnes wesentlich besser wegzustecken als Blair; irgendwie seltsam.
Sexfokus
Die Story war insgesamt solide, der Schreibstil ebenfalls, wenn auch stellenweise für meinen Geschmack etwas zu dramatisch und mit vielen Wiederholungen in Gedanken und Ansätzen. In dieser „spicy Romance“ verwendet die Autorin das Wort „vögeln“ fast inflationär, was mir too much war – auch wenn es in diesem Genre nun mal auch darum geht. Da kommt wohl die Romantikerin in mir durch ;-).
Positiv hervorzuheben ist jedoch die starke Präsenz des Themas Selbstliebe, das eine wichtige Botschaft transportiert.
Vielleicht, weil ich endlich wieder mich selbst fühlen wollte und nicht die tote Version meiner selbst, die sehr wohl existierte, selbst wenn mein Herz laut und beständig weiterschlug.
Fazit
Leider hat das Buch, welches ich als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten habe, nicht den Wunsch in mir geweckt, auch noch den ersten Band zu lesen.
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