<< Das meiste, was sie wusste, hatte sie von der Natur gelernt. Die Natur hatte sie genährt, gelehrt und beschützt, als niemand sonst das tun wollte. >>
| Autorin | Delia Owens |
| Deutsche Erstausgabe | 2019 |
| Herausgeber | Heyne Verlag |
| Seiten | 461 |
| Genre | Belletristik, Krimi, Naturroman |
Geht unter die Haut
Ein wunderschöner Roman. Unglaublich atmosphärisch und „bildgewaltig“ – anders kann ich es nicht ausdrücken. Die Darstellung von Flora und Fauna sind so detailliert, die Geschichte so tiefgründig und gefühlvoll erzählt. Purer Lesegenuss.
Essenz in drei Sätzen
Der Gesang der Flusskrebse erzählt die Geschichte von Kya, einem Mädchen, das isoliert in den Marschlandschaften North Carolinas aufwächst und sich mit der Natur tief verbunden fühlt. Als ein junger Mann aus der nahegelegenen Stadt tot aufgefunden wird, gerät Kya unter Verdacht, und ihre Vergangenheit wird Stück für Stück aufgedeckt. Der Roman verbindet eine Coming-of-Age-Erzählung mit einem Kriminalfall und einer Liebesgeschichte – eingebettet in eindrucksvolle Naturbeschreibungen.
Das Marschmädchen
Die Geschichte von Kya beginnt in den 1950ern. Dieses kleine, schüchterne Mädchen, das sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt, und davon träumt mit den Adlern zu fliegen, wächst mir sofort ans Herz. Trotz all der Narben, die das Leben ihr schon zugefügt hat, trägt Kya eine stille, kindliche Hoffnung in sich und geht neugierig und tapfer ihren Weg.
Ich lese und freue mich über jeden kleinen Funken des Glücks, über jede freundliche Geste, die ihr widerfährt. Und wünsche mir so sehr, dass sie ihren Platz findet. Einen Platz in dem sie so sein kann, wie sie ist und geliebt wird.
Zwischen Mangroven und Möwen
Die Marsch wird zur Gefährtin.
Das meiste, was sie wusste, hatte sie von der Natur gelernt. Die Natur hatte sie genährt, gelehrt und beschützt, als niemand sonst das tun wollte.
Sie ist nicht bloß Kulisse, sondern ein Teil von Kya. Und doch hat sich eine tiefe Einsamkeit in dem Mädchen eingenistet, die selbst die tröstende Umarmung der Marsch nicht vertreiben kann.
Der Schreibstil ist wie ein lyrischer Fluss, unglaublich poetisch – er verleiht der Landschaft eine Seele und erzeugt eine zum Teil verwunschene Atmosphäre.
Blockbuster im Kopf
Wer nun den Eindruck bekommen hat, dieses Buch sei lediglich eine Ode an die Natur, den muss ich enttäuschen – es steckt viel mehr in diesem Roman: Eine berührende Liebesgeschichte, ein spannendes Gerichtsdrama und eine starke Hauptfigur.
Es ist ein Buch, das Naturverbundenheit, Emotion und Spannung auf ganz besondere Weise miteinander verwebt und das ich wärmstens weiterempfehlen kann.
Ob ich mir die Verfilmung (2022) anschaue? Vermutlich nicht. Ich bleibe lieber bei der Version, die in meinem Kopf entstanden ist – die ist meist die Schönere.
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