<< Arnold dachte sich nichts, als die zwei Grenzwächter durch den knirschenden Kies stapften. Wenn etwas anstand, würden sie damit rausrücken. Wenn nicht, dann nicht. >>

 

Autor Alex Capus
Deutsche Erstausgabe 2026
Herausgeber  Carl Hanser Verlag
Seiten  288
Genre  Historischer Roman

 

Große Erzählkunst

Mit feinem Humor, großer Leichtigkeit und überraschender Spannung – ein absolut empfehlenswertes Buch aus der Feder von Alex Capus. Um den Klappentext zu zitieren: „Er ist ein Meister darin, aus historischen Stoffen hinreißende Romane zu machen.“

Essenz in drei Sätzen

Vor hundert Jahren führt Arnold in einem Schweizer Grenzdorf einen Gasthof, in dem die unterschiedlichsten Menschen einkehren, während er mit seiner Frau Betty eine große Familie gründet. Als sich seine Tochter Clara in den Schmuggler Hermann verliebt, gerät nicht nur ihre Familie, sondern das ganze Dorf in einen Strudel aus Konflikten und politischen Spannungen. Was als ruhige Lebensgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem dramatischen Roman über Liebe, Mut und Widerstand gegen eine übermächtige Bedrohung.

Querfeldein durchs Leben

Auf kompakten 288 Seiten und in einem großartigen Schreibstil erzählt Alex Capus die Geschichte des jungen Arnold aus Ramsen in der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Arnold ist ein fleißiger Mann, der jedoch Angst vor dem Hamsterrad des Lebens hat und selbstbestimmt leben möchte. Deshalb eröffnet er ein Gasthaus.

Die Geschichte wird aus der Erzählperspektive geschildert. Der Erzähler stellt bisweilen Mutmaßungen an, urteilt jedoch nie über die Figuren. Zudem blitzt immer wieder ein feiner Humor auf.

Ich habe das Buch in nur zwei Tagen gelesen, weil es mir ausgesprochen gut gefallen hat. Wörtliche Rede gibt es zwar nur wenig, das habe ich jedoch nicht als störend empfunden. Obwohl auf den knapp 280 Seiten das gesamte Leben Arnolds und seiner Familie erzählt wird und dabei teilweise mehrere Jahre in einem einzigen Satz zusammengefasst werden, hatte ich nie das Gefühl, dass etwas fehlt.

Im letzten Drittel wird die Geschichte noch einmal richtig spannend und dramatisch. Es geht um einen Schmuggler mit flinken Füßen, um die Uniformierten, um Nazis – und um die Liebe.

Das Cover zeigt das Gemälde Sonnige Weide (1904) von Hans Emmenegger und passt sowohl wunderbar zum Titel Querfeldein als auch zur Handlung des Romans.

Buche

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