<< Ich sehe dich, den Menschen, der du wirklich bist, trotz all der Dinge, die uns eigentlich trennen sollten. Wir bezeichnen es immer als Magie, aber das hier war echt. >>

 

Autorin Morgan Pager
Deutsche Erstausgabe 2026
Herausgeber  Hoffmann und Campe Verlag
Seiten  351
Genre  Roman, Magie, Lovestory

 

Solide, aber mit Luft nach oben

Bei Zwei in einem Bild handelt es sich um das Erstlingswerk von Morgan Pager, einer jungen Content Creatorin und Gründerin von nycbookgirl. Meine Kurzmeinung vorab: es war okay. Nicht bahnbrechend und auch kein Buch, das mich die Nächte durchlesen ließ – aber solide. Daher bin ich ganz froh, auch dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Essenz in drei Sätzen

Jean ist im Museum in einem von seinem Vater gemalten Bild „gefangen“, bis die neue Mitarbeiterin Claire zufällig einen Weg hinein findet – hinein in sein gemaltes Universum. Gemeinsam erkunden sie eine faszinierende Welt aus Farben und lebendigen Kunstwerken, in denen sie Abenteuer und Freiheit erleben. Doch ihr scheinbar grenzenloses Glück wird plötzlich von einer unerwarteten Gefahr bedroht.

Genres und Lesefluss

Bei der Geschichte handelt es sich, laut Autorin, um eine Lovestory. Und ja, diese war ganz klar gegeben! Jedoch baut sich eine gute Liebesgeschichte peu à peu auf, zumindest wenn es nach mir geht ;-).
In diesem Fall waren beide Personen bereits (gefühlt) auf Seite 2 unsterblich ineinander verliebt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich vor meinem geistigen Augen noch gar kein klares Bild von den Hauptpersonen entwickelt; das ging mir irgendwie zu schnell.

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass in diesem Buch mehrere Genres angerissen wurden; mir fehlte ein stilistischer roter Faden. In der zweiten Hälfte überraschte die Autorin beispielsweise ihre Leser mit einer Erotikszene ; aus heiterem Himmel! Ich war kurz verwirrt :-D. Manch Gedanke zog sich mitunter in die Länge, sodass ich Passagen überfliegen musste (das mache ich nur sehr selten!) und plötzlich war innerhalb eines Satzes ein Monat vergangen. Das nahm der Geschichte die Tiefe, die auf dem Einband eigentlich angepriesen wurde. 

Charaktere und Fragezeichen

Die Charaktere waren mitunter nicht wirklich greifbar; manche ihrer Reaktionen wurden zu wenig erläutert. Putzkollegin Linda war in einem Moment eine kumpelhafte Mentorin und im nächsten ein distanzierter Griesgram. Auch traten manchmal Charaktere in Erscheinung, die wichtig erschienen und sich dann doch als Nebenrollen entpuppten.
Somit wirkten einige Situationen unlogisch; das hat mich mitunter etwas frustriert.

Um ein Beispiel zu geben: Die Menschen und Tiere in den Kunstwerken waren lebendig, sie konnten von Bild zu Bild wandern und dort mit anderen „Gemälden“ interagieren – jedoch immer in ihrer gezeichneten Gestalt und körperlich nicht alternd. Geistig jedoch schon.

Was war mit Babys? Gemalten Babys? Krabbelten diese für immer in ihrer Kleinkindgestalt durch die gezeichnete Welt – während ihr Geist bereits 100 Jahre zählte? Wie schrecklich?!
Versteht mich nicht falsch, ich liebe Fantasy und Bücher mit magischen Komponenten. Aber ich bin leider kein Fan von zu vielen Fragezeichen am Ende eines Buches. Ich brauche Antworten *haha* !

Fazit

Grundsätzlich fand ich die Idee der Geschichte definitiv spannend. Die Möglichkeit mit der Kunst zu verschmelzen und eine Beziehung zu ihr aufzubauen – das war mal was Neues.

Ich sehe dich, den Menschen, der du wirklich bist, trotz all der Dinge, die uns eigentlich trennen sollten. Wir bezeichnen es immer als Magie, aber das hier war echt.

Dass diese Kritik nun aber schon deutlich länger ausfällt, als angedacht, zeigt jedoch auch, dass es für meinen Geschmack noch Luft nach oben gibt.

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